Home Polizeipfarramt der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau Evangelische Kirche in Hessen und Nassau

News und Berichte

Jugendfreizeit am Schluchsee

Jugendfreizeit am Schluchsee

So eine Jugendfreizeit haben wir in den letzten 13 Jahren noch nicht erlebt! Exakt eine Woche machte der Sommer Pause - dank Tief Alfred. In der Jugendherberge Schluchsee im Hochschwarzwald bedeutete das am Dienstag 12 Grad Höchsttemperatur - und täglich heftige Regengüsse! Schwimmen im See also unmöglich. Aber auch sonst schlug diese Freizeit alle Rekorde: 44 Kinder waren mitgekommen - und alle waren glücklich! Keiner hat sich beschwert, gelangweilt oder gemault. Auch bei Nieselregen kann man Fußball spielen! Und zwar mit allen Altersgruppen gleichzeitig - von 10-17 Jahren waren alle integriert. Und wenn es gar zu lausig draußen war, wurden drinnen eben Karten gespielt, stundenlang die Siedler von Catan bewegt - oder einfach nur gechillt, gebabbelt und gedaddelt.

Aber trotz lausiger Wetterlage über ganz Deutschland hatten wir immer auch großes Glück. Vier Stunden Spaziergang durch Freiburg am Montag - mit Sightseeing im Münster und reichlich Shopping-Chancen (manche haben gleich ihr ganzes Taschengeld rausgehauen). Und das trockenen Fußes! Pünktlich zum Abmarsch dann badewannenweise Wasser vom Himmel. Den finstersten Tag konnten wir unbeschwert im Rutschparadies in Titsee verbringen - dank Voranmeldung vorbei an endlosen Warteschlangen. Manche waren so ins feuchte Vergnügen eingetaucht, dass sie die Zeit gänzlich vergaßen. Auch am Mittwoch konnten wir die regenfreien Stunden für die Sommerrodelbahn in Todtnau nutzen - nach eigenen Angaben die "spektakulärste" ihrer Art in Deutschland. Nach einer guten Stunde strammen Aufstiegs mitten durch eine friedliche Schafsherde mussten wir über eine Stunde auf die Abfahrt warten. Die dann folgenden zehn Minuten waren dann tatsächlich großes Kino. Und trotz der Mühen alle begeistert. Einsamer Höhepunkt natürlich ein ganzer Tag im Europa Park Rust. Empfangen wurden wir vom evangelischen Diakon Martin Lampeitl, der zusammen mit seinem katholischen Kollegen als hauptamtlicher Schaustellerseelsorger über 4.500 Mitarbeiter im Freizeitparadies betreut. In seiner nachgebauten norwegischen Stabkirche finden jährlich 100 Hochzeiten statt. Während die Erwachsenen mit ihm bei Kaffee und Kuchen anregende zwei Stunden diskutierten, konnten die Kids gruppenweise sämtliche Achterbahnen, Geisterschiffe, Gruselkabinette, Bimmelbähnchen, Flugsimulatoren und Eiskunstshows erkunden, ihre Angsttoleranzschwelle austesten und Mutproben jeder Art ablegen. Ein vollgestopfter Tag mit Abenteuer, Nervenkitzel und Traumerlebnissen - und das ohne jeden Regen. Abends um 21 Uhr Pizza satt in der Jugendherberge - anschließend Party bis in die Puppen. Morgens wollte keiner aus der Kiste. Deshalb haben wir den Freitag ruhiger angegangen - Fußballplatz, Tischtennisplatten und Kicker kamen reichlich zum Einsatz, während manche andere Lust zum Spaziergang am Schluchsee hatten. Die Rückfahrt mit zwei Fahrzeugen, die uns die HdP und die BPD freundlicherweise wieder zur Verfügung gestellt hatten, war wie die Hinfahrt unter strahlendem Sonnenschein. Trotz - oder gerade wegen widriger Verhältnisse wird diese Freizeit allen in Erinnerung bleiben, weil wir schöne Zimmer, eine angenehme Heimleitung, richtig gutes Essen - vor allem aber supergut gelaunte, tolle Kids hatten, die sich niemals die Stimmung haben vermiesen lassen, sondern beim Spielen und Babbeln wunderbar zusammengefunden haben.

Mein herzlicher Dank gilt allen beteiligten Behördenleitern für ihre Unterstützung sowie den engagierten Betreuern - allen voran Peter Metzdorf von der HdP Hahn und Marika Hertling von der HPA Wiesbaden und Mitglied des Seelsorgebeirates der EKHN, die gemeinsam die Freizeit geplant und organisatorisch geleitet haben, Jürgen Mölich vom PP Mainz, der den Bus gefahren und gemeinsam mit seiner Frau Anja sich in der Betreuung der Jugendlichen engagiert hatte, sowie einem befreundeten Ehepaar aus Gießen, die uns selbstlos-freimütig schon seit Jahren begleiten und dafür extra Urlaub nehmen. Nur mit dem Einfallsreichtum dieser tollen Truppe und ihrem unermüdlichen Eingehen auf die Bedürfnisse der Kinder kann eine solche Freizeit gelingen. Die durchgängig positiven Rückmeldungen ermutigen uns, im nächsten Jahr wieder ein solches Angebot zu machen.

Dr. Martin Schulz-Rauch