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Archiv: Berichte

Car-Freitag am Karfreitag ?

Rückblick nach 10 Jahren

Schranke
Vorübergehend geschlossen: Schranke in der Hanauer Landstraße.

Ein nächtlicher Polizeieinsatz 2006 war Anlass zu folgender Betrachtung, die auch 10 Jahre später noch Relevanz hat - leider.

Zwei Tage vor Ostern sorgen neuerdings sprachliche Assoziationen für ein erhöhtes Verkehrsaufkommen: Autofans begehen den Karfreitag als "Car-Freitag" und laden zu Wettrennen ein - selbst mitten in der Stadt. Dass dies alles andere als harmlos ist, zeigte im Vorjahr der Unfalltod einer jungen Frau in Bielefeld. So brachte mancherorts der stille Feiertag auch diesmal wieder Sondereinsätze für die Polizei. Freundlich aber bestimmt wehrte sie bei nächtlichem Nieselregen der Autoraserei und damit - quasi im Nebeneffekt - der Verfremdung bzw. Sinnentleerung eines alten Feiertages.

Eier
Verständige Autofahrer erwartet eine österliche Belohnung. EPHK Karsten Klenk und POK Thomas Karger im Frankfurter Einsatz. Fotos: W.Hinz

Karfreitag rührt sprachlich vom althochdeutschen "kara" her. Das Wort bedeutet Trauer oder Klage und gilt dem Kreuzestod Jesu. Das englische "car" wird vom lateinischen „carrum“, dem vierräderigen Karren, hergeleitet. Es gibt gute Gründe, beides auseinander zu halten.

Jesu Opfer reicht und gibt genug zu denken an diesem ernsten Tag. Ohne Not sollte er nicht durch andere sinnlos vermehrt werden – schon gar nicht durch solche des Verkehrs. Da sei, um Gottes Willen, weiterhin (nicht nur, aber auch) die Polizei vor.

Carfreitagsempfehlung der Polizei

Polizeipfarrer Wolfgang Hinz