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Archiv: Berichte

Schutzmann oder Kombattant?

Bundesfachkonferenz Ethik

Die Referenten: Leitender Polizeidirektor Peter Schmidt und  Leitender Polizeidirektor Michael Hallstein (v.l.)
Die Referenten: Leitender Polizeidirektor Peter Schmidt und Leitender Polizeidirektor Michael Hallstein (v.l.)

Von 21. /22. März fand an der HfPV Wiesbaden die bundesweite Fachkonferenz (BuFaKo) der Berufsethik-Dozenten und Dozentinnen an Polizeihochschulen statt. Das diesjährige Thema lautete: Schutzmann oder Kombattant? - Lebensbedrohliche Einsatzlagen als berufsethische Herausforderung

Eingeladen hatte dazu die Fachgruppe aus Hessen mit Barbara Görich-Reinel, Kurt Grützner, Joachim Michalik und Dr. Martin Schulz-Rauch.

Das Grußwort sprach Regierungsdirektor und Abteilungsleiter des Fachbereichs Polizei der HfPV Wiesbaden, Dr. Georg Brandt, der die Gelegenheit wahrnahm auch Fragen mit auf den Weg zu geben: Berücksichtigt das Fach Berufsethik die Berufsanfängersituation ausreichend? Wie viele Stunden braucht es für das Fach Berufsethik, um im längeren Kontakt ethische Überlegungen zu vertiefen? Welche Organisationsform ist sinnvoll, um die Bedeutung der Berufsethik zu stärken?

Der Leitende Polizeidirektor und Stellvertretende Leiter des Referats Personal im LPP Peter Schmidt führte dann unter anderem in seiner Funktion als Ansprechpartner für Führungskultur, psychosoziale Unterstützung und BetriebsGesundheitsManagement mit seinem Vortrag in das Thema ein. Er ermutigte die anwesenden 31 Teilnehmer und Teilnehmerinnen die neuen Anforderungen der lebensbedrohlichen Einsatzlagen auf allen Ebenen in der Polizei ethisch zu reflektieren. Diskutiert wurde im Anschluss an sein Referat vor allem der Begriff des "hohen, kalkulierbaren Risikos" bei der aktiven Übernahme von Verantwortung seitens der Polizeibeamten.

Michael Hallstein, Leitender Polizeidirektor und Leiter Einsatz im PP Frankfurt, erläuterte einsatztaktische Überlegungen und die Konzeptentwicklung zur Bewältigung lebensbedrohlicher Einsatzlagen mit den dazu gehörigen Notinterventionstrainings. Die Frage nach Persönlichkeitsprofilen und der Haltung zu solchen extremen Sonderlagen beschäftigte die Zuhörer und Zuhörerinnen im Anschluss an seinen Beitrag.

Am Ende der Tagung wurden ethische Aspekte von Dilemmata, von Eigen-und Fremdverantwortung, Gabe und Hingabe (die Frage nach Supererogation), Freiwilligkeit und Gerechtigkeit, Schuld und Scheitern für 5 Unterrichtseinheiten in Bezug des Themas gesammelt.

Ein weiteres Ergebnis:

Polizeipfarrer Dr. Martin Schulz-Rauch wurde zusammen mit Prof. Dr. Ulrike Wagener zum Sprecher der BuFaKo gewählt.

Foto und Text: Polizeipfarrerin Barbara Görich-Reinel