Home Polizeipfarramt der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau Evangelische Kirche in Hessen und Nassau

Archiv: Berichte

Beirat des EvangelischenPolizeipfarramts neu berufen

Ehrengäste, Beiratsmitglieder und Polizeiseelsorger nach dem Gottesdienst in der Johanniskirche Mainz, Januar 2004
Ehrengäste, Beiratsmitglieder und Polizeiseelsorger nach dem Gottesdienst in der Johanniskirche Mainz, Januar 2004

Seit 1987 richtet das Polizeipfarramt der Ev. Kirche in Hessen und Nassau alljährlich einen Neujahrsempfang aus. Über 100 Gäste aus Polizei, Politik und Kirchen folgten der diesjährigen Einladung in die Johanniskirche nach Mainz. Dort gab es gleich drei gute Gründe zu feiern. Neben dem Jahr 2004 galt es einen neuen Seelsorgebeirat zu begrüßen, ebenso Polizeipfarrer Dr. Martin Schulz-Rauch, der seit September seinen Dienst im Bereich der PP Mainz und Westhessen und der PD Montabaur versieht und sich in der HPR 8/03 bereits vorgestellt hat.

Kirchenpräsident Prof. Dr. Peter Steinacker ließ es sich nicht nehmen Pfarrer und Beirat im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes in ihre Ämter einzuführen. Alle 6 Jahre beruft die Kirchenleitung dieses Beratungsgremium, Eric Baitinger, PP Frankfurt; Peter Friedel, HPS; Werner Heinrichs, PP Südhessen sind jetzt neu dazu gestoßen. In seiner Ansprache unterstrich Steinacker den gesellschaftlichen Stellenwert polizeilicher Arbeit und ihre kirchliche Wertschätzung, die personelle Verstärkung der Polizeiseelsorge trotz Einspardebatten zeige dies nachdrücklich. Den derzeit 16 Beiratsmitgliedern dankte er für ihr Engagement: "Ich bin stolz und dankbar, dass so viele Christen bereit sind Zeit und Nerven zu investieren."

Pfarrer Schulz-Rauch nahm eine Episode aus dem Matthäusevangelium zum Anlass in seiner Predigt der ambivalenten Macht der Worte nachzuspüren, ihren klärenden, aber auch banalisierenden Wirkungen. Das Zutrauen des Hauptmanns von Kapernaum in die Befehlskraft von Worten (Mt 8,5-10) charakterisiere Gottes Wort als "Power pur, verzehrendes Feuer, strahlendes Licht" - Dimensionen, die das Polizeiorchester Rheinland-Pfalz mit seinen spezifischen Mitteln eindrücklich zu Gehör brachte. Eine Kollekte für den "Förderkreis Wendepunkt e.V.", der die gleichnamige Zufluchtstätte wohnsitzloser Frauen in Mainz unterstützt, erbrachte stattliche 377 ?.

Staatssekretärin Oda Scheibelhuber überbrachte beim anschließenden Empfang die Grüße Staatsminister Volker Bouffiers. Sie würdigte den Dienst der Kirchen, ihrer Polizeiseelsorger und Beiräte. Gerade deren Bereitschaft zur ehrenamtlichen Mitarbeit zeige den Stellenwert, den Seelsorge für die Polizei besitze. Staatsminister Walter Zuber begrüßte den neuen Polizeiseelsorger mit Sitz in Mainz und unterstrich, wie wichtig es sei, in kritischen Situationen Polizeibeamten aus neutraler Position Orientierung und Halt zu vermitteln.

Hier knüpfte Oberkirchenrat Dr. Wolfgang Leineweber an. Er erinnerte in seinem Grußwort daran, dass diese unmittelbare Unterstützung staatlicher Kräfte für eine von Martin Niemöller und seinem Widerstand geprägten Kirche nicht selbstverständlich war. Kirchliche Solidarität mit dem Staat drücke sich darum immer auch in kritischer Begleitung aus. Die Einführung eines neuen Pfarrers auf eine frisch errichtete Stelle empfindet Leineweber als "Licht in der Dunkelheit" seines von Kürzungen betroffenen Verantwortungsbereiches. Das Thema "Licht" durchzog auch das Grußwort Polizeipfarrer Kurt Grützners, Vorsitzender der Konferenz Ev. Polizeipfarrerinnen und Polizeipfarrer. Er interpretierte das Emblem der Polizeiseelsorge "Gott, der Herr, ist Sonne und Schild", um es schließlich in Gestalt einer Nadel Schulz-Rauch ans Revers zu heften. Ordinariatsrat Bernhard Krämer setzte den ökumenischen Schlusspunkt unter einen dichten Nachmittag, der Ausdauer erforderte, aber eben auch dreifach Grund zum Feiern bot.

Wolfgang Hinz, Leitender Polizeipfarrer