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Archiv: Berichte

Polizeiseelsorge auf dem Kirchentag 2005

Altar auf Zeit in der Reithalle
Altar auf Zeit in der Reithalle

"Wenn dein Kind dich morgen fragt" lautete das Motto des 30. Deutschen Evangelischen Kirchentages in Hannover. Neben Podiumsdiskussionen und Vorträgen bot wieder der Markt der Möglichkeiten reichliche Gelegenheit Informationen und Eindrücke zu sammeln.

Dort befand sich auch der Stand der Polizeiseelsorge. Durch eine stilisierte Brille konnte der Betrachter einen Blick auf die Polizei, ihre Untergliederungen und ihre wechselvolle Geschichte werfen. Gelangte er auf die andere Seite der Brille sollte er wohl die Welt aus der Sicht der Polizei wahrnehmen. Hier hätte man gerne mehr über die Belastungen der Polizei und ihre Unterstützung durch die Polizeiseelsorge erfahren. Der Nachbarstand der Grenzschutzseelsorge bot weitere Informationen und Gesprächsgelegenheiten.

Auf einer Veranstaltung mit Vertretern der Muslime in Deutschland, darunter Imam Bekir Alboga, wies der hessische Kirchenpräsident Peter Steinacker darauf hin, dass der interreligiöse Dialog sich nicht darauf beschränken darf Gemeinsamkeiten zu betonen. Die gegenseitige Achtung und Aufmerksamkeit muss auch und gerade den Unterschieden gelten.

Mit "Fragen an die Polizei" war der Polizeigottesdienst überschrieben, zu dem die "Konferenz Evangelischer Polizeipfarrerinnen und Polizeipfarrer" (KEPP) unter der Leitung ihres Vorsitzenden, Polizeipfarrer Kurt Grützner (Kassel), eingeladen hatte. Wie schon in den Jahren zuvor (z.B. beim Kirchentag 2001 im Trainingskeller "Mefisto" in Hanau), fand der Gottesdienst auch dieses Mal an besonderem Ort statt: in einer Reithalle. Hier hatten die Bediensteten der Reiterstaffel Hannover liebevoll einen Altar hergerichtet. Die ca. 500 Gottesdienstbesucher fanden auf den kirchentagsüblichen Papphockern ihren Platz.

Der Gottesdienst begann mit jeder Menge "Fragen an die Polizei" über Lautsprecher. Ein Polizist auf der Bühne hatte Mühe alle zu beantworten, bis ein Kind, sein eigener Sohn, auftrat und fragte: "Papa, warum gibt es eigentlich die Polizei?" "Damit du sicher leben kannst und niemand dir was Böses tut", war die Antwort des Polizisten-Vaters. So angeregt durch das Kirchentagsmotto zeigte die Polizeiseelsorge, welchen Beitrag die Polizei für unsere Gesellschaft leistet. Szenen im Rahmen der Liturgie verdeutlichten dies, besonders eindrücklich geriet dabei die "Festnahme" eines "Straftäters" durch eine Streife mit Diensthund.

Polizeipfarrerin Claudia Kiehn, Vorstandsmitglied der KEPP, entfaltete die biblische Friedensvision vom "neuen Himmel und der neuen Erde" (Jes. 65, 17ff). Noch ist diese nicht Realität, auch deshalb brauchen wir die Hilfe der Polizei, "damit wir auch morgen noch sicher leben können". Der nächste Kirchentag wird 2007 in Köln stattfinden.

Kurt Grützner, Polizeipfarrer, Christoph Müller, Beirat der Ev. Polizeiseelsorge