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"Eine besondere Beziehung"

Neujahrsempfang des Polizeipfarramtes in Frankfurt

Nach dem Gottesdienst in Alt Nikolai. Cordelia Kopsch, Stellver- treterin des Kirchenpräsidenten, zwischen den Innenministern Karl-Peter Bruch(l.), Volker Bouffier und Mitwirkenden aus Polizei und Kirche. Foto: PP-Frankfurt
Nach dem Gottesdienst in Alt Nikolai. Cordelia Kopsch, Stellver- treterin des Kirchenpräsidenten, zwischen den Innenministern Karl-Peter Bruch(l.), Volker Bouffier und Mitwirkenden aus Polizei und Kirche. Foto: PP-Frankfurt

Die Arbeit der hessen-nassauischen Polizeiseelsorge trifft allseits auf positive Resonanz. Die Innenminister in Hessen und Rheinland-Pfalz sprechen von einer vertrauensvollen und reibungslosen Zusammenarbeit.

Als "vertrauensvoll und unverzichtbar" hat der hessische Innenminister Volker Bouffier die mehr als 20-jährige Zusammenarbeit der Landespolizei mit dem Polizeipfarramt der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) bezeichnet. Haupt- und Ehrenamtlichen in der Seelsorge sei es in dieser Zeit gelungen, eine besondere Beziehung zu den Beamtinnen und Beamten aufzubauen, sagte Bouffier am 16. Januar in Frankfurt am Main beim Neujahrsempfang des Polizeipfarramtes.

Auch der rheinland-pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch (SPD) lobte die "reibungslose" Zusammenarbeit. Außerdem zog er Parallelen zwischen dem Polizei- und dem Pfarrberuf. Beide, Ordnungshüter und Seelsorger, träfen Menschen in Krisensituationen an und müssten ihnen helfen. Durch die engen Kontakte in den vergangenen Jahren hätten beide Berufsgruppen viel voneinander gelernt.

Der Gottesdienst vor dem Empfang wurde unter anderen von der stellvertretenden EKHN-Kirchenpräsidentin Cordelia Kopsch gestaltet. Die Oberkirchenrätin rief dazu auf, im Neuen nicht nur das Negative und Bedrohliche zu sehen, sondern auch die Chancen. Der Blick müsse von Symptomen der Gewalt hin zu den Ursachen gerichtet werden, "weg von den Mängeln der Erziehung hin zu ihren Möglichkeiten, weg von der militärischen hin zur zivilen Konfliktbearbeitung".

Auch für die Polizei gebe es gefährliche Bedrohungen, erklärte Kopsch. Sie nannte Terroranschläge, gewaltbreite Jugendliche in Schulen, rechtsextremistische Gruppierungen, Antisemitismus, Hasspredigten in Moscheen und Eltern, die ihre Kinder verwahrlosen ließen.

"Die Wüste und die Einöde, Feindseligkeit und Gewalt verschwinden nicht einfach" sagte Kopsch, die über die Jahreslosung 2007 (Jes 43, 19) predigte. "Aber oft steckt gerade mitten in dem, was wir als bedrohlich empfinden, der Keim für eine Wendung zum Besseren." Die Jahreslosung ermutigte zu dieser veränderten Blickrichtung. Wörtlich so Kopsch: "Um Gottes Möglichkeiten für uns und unsere Welt zu entdecken, müssen wir nicht wegschauen, wo es schwierig wird".

Das EKHN-Polizeipfarramt besteht seit 1983. Seit 1995 ist Wolfgang Hinz (Frankfurt am Main) Leitender Polizeipfarrer. An dem traditionellen Neujahrsempfang seines Amtes nahmen neben Volker Bouffier und Karl Peter Bruch auch der Frankfurter Kirchendezernent Horst Hemzal (CDU), der Präses der EKHN-Synode, Karl Heinrich Schäfer, sowie der Frankfurter Polizeipräsident Dr.Achim Thiel und sein Amtsvorgänger Harald Weiss-Bollandt teil.

Predigt zum Neujahrsempfang 2007 (62 KB)

Evangelischer Pressedienst (epd) und Evangelische Sonntagszeitung (esz)