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Weihnachtsbrief 2011

Detail der "Magdeburger Bronze-Tür"   in Weliki Nowgorod, Russland, 12. Jhd
Detail der "Magdeburger Bronze-Tür"
in Weliki Nowgorod, Russland, 12. Jhd

Liebe Kolleginnen und Kollegen im polizeilichen Auslandseinsatz !

Da sitzt Josef am Kopfende des Wochenbettes seiner Frau und wundert sich. Die Hand am Kinn blickt er staunend in die Runde. Man muss nicht frisch gebackener Vater sein, um diesen Moment ermessen zu können. Wenngleich hier die weihnachtlichen Umstände besonders wundersam sind:

"Nun komm, der Heiden Heiland,

der Jungfrauen Kind erkannt,

dass sich wunder alle Welt,

Gott solch Geburt ihm bestellt." Martin Luther 1524

Die Geburt eines neuen Menschen hat immer etwas Wunderhaftes, auch dort, wo sie zum täglichen Geschäft gehört, etwa auf einer Entbindungsstation. "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne", der Staunen macht, Hoffnungen weckt und ins Nachdenken bringt.

Oft steht das Staunen am Anfang allen Nachdenkens. Selbst das Philosophieren beginnt nach Aristoteles da, wo wir von Ungewohntem überrascht werden. Nichts setzt Gefühle, aber auch die grauen Zellen derart in Gang wie Begegnungen mit dem Unbekannten, Außerordentlichen. Ich denke, Sie erleben dergleichen häufig in Ihren Missionsgebieten. Heftig zum Einstieg, wenn alles völlig neu und anders ist, aber auch am Einsatzende noch. Alles erworbene Know-how feit einen nicht vor Überraschungen, guten wie schlechten. Aber genau die fordern heraus und bringen einen selbst und die Sache weiter, gelegentlich auf wundersame Weise.

Dass Ihnen davon über die Weihnachtstage etwas im besten Sinne widerfahren möge, dienstlich und auch privat, wünscht aus der Ferne die Polizeiseelsorge in Hessen. Also:

Ein wundervolles Weihnachtsfest

und ein gesegnetes neues Jahr

Polizeipfarrer Wolfgang Hinz