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"Ihre Sicherheit ist unsere Berufung!"

Vereidigung 2014

Auch die Sonne war Zeuge, als Innenminister Peter Beuth 460 KommisarsanwärterInnen auf dem Hessentag 2014 in Bensheim den Amtseid abnahm.
Auch die Sonne war Zeuge, als Innenminister Peter Beuth 460 KommisarsanwärterInnen auf dem Hessentag 2014 in Bensheim den Amtseid abnahm.

Liebe Kommissarsanwärterinnen,

liebe Kommissarsanwärter,

liebe Festgemeinde,

Ihr Motto für den heutigen Tag ist wahrlich eine starke polizeiliche Ansage: Ihre Sicherheit ist unsere Berufung - das ist denkbar knapp, präzise und Vertrauen erweckend. Die Sicherheit des Einzelnen und des öffentlichen Raumes sind Themen, die heute jeden bewegen. Das sprechen Sie an - als Ihre ureigene Sache. Nun mag einer sagen, gewiss, das ist schließlich Auftrag der Polizei, deren Job, wie man heute sagt. So wäre es durchaus zutreffend, wenn Sie das auch so formuliert hätten. Stattdessen aber sprechen Sie von Beruf, ja von Berufung gar und das ist eben sehr viel mehr als ein Job. Einen Job sucht man sich selbst und wechselt ihn bei Bedarf. Der Beruf bindet einen anders und eine Berufung erst recht. Berufen kann man sich genau genommen gar nicht selbst. Dazu bedarf es eines Gegenübers, das einen in die Pflicht nimmt, so wie das am heutigen Tag Ihnen gegenüber das Land Hessen tut als Dienstherr.

Wir sind dankbar dafür, dass Sie sich so für unser Gemeinwesen und seine Sicherheit in die Pflicht nehmen lassen wollen. Auch deshalb sind wir heute alle hier - Mütter und Väter, Angehörige und Freunde, Dienstherren und -vorgesetzte, Polizeikollegen und Seelsorger. Bevor es im Stadion zum Schwur kommt, wollen wir in diesem Kirchenzelt inne halten und bedenken, worauf Sie sich einlassen und unter welchen Bedingungen.

Berufen kann man sich nicht selbst, habe ich gesagt. Der Berufung geht (schon begrifflich) so etwas wie ein Ruf voraus, den man vernimmt und dem man folgt in der Gewissheit, dass er einen dazu führt, was einem selbst entspricht und was die eigene Bestimmung ist. Gerade in Berufen, die mit Menschen zu tun haben, ist das wichtig für ein segensreiches Wirken. Das gilt für Lehrer ebenso wie für Ärzte, für Pfarrer wie für Polizistinnen und Polizisten. Die "volle Hingabe", wie es im Beamtenrecht heißt, ist auf diesen Feldern ein Schlüssel zum beruflichen Erfolg und letztlich auch zur Berufszufriedenheit.

(Auszug aus der Predigt im Rahmen des Ökumenischen Gottesdienstes im Sternendom der EKHN)

Ltd. Polizeipfarrer Wolfgang Hinz